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Bahnlärm: Lösung in Sicht
Wenn die Stadt die Lärmschutzwand baut, kann sie sie wohl auch behalten. Dann wäre keine teure Ablöse mehr nötig.

04.05.2011. Neumarkt. Fast 20 Jahren haben sie für einen besseren Schutz vor dem zunehmenden Bahnlärm gekämpft, seit gestern hoffen die Anwohner der Pöllinger Straße auf Besserung. Vor Ort, in wahrhaft zugiger Atmosphäre (Wind beziehungsweise immer wieder vorbeifahrende Züge), wurde gestern Nachmittag einige Zeugen von Verhandlungen: Auf der einen Seite Matthias Trykowski von der DB-Gesellschaft "Netze", auf der anderen Seite Oberbürgermeister Thomas Thumann, Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee, Werner Schütt vom Tiefbauamt und CSU-Stadtrat Ferdinand Ernst.

Zunächst hatte Trykowski wenig Neues mitzuteilen: Würde eine Lärmschutzwand im Bereich der Pöllinger Straße gebaut, gebe es kein Geld von der Bahn. "Das wäre eine Lärmsanierung", sagte Trykowski. Dafür stünden derzeit keine Bundesmittel zur Verfügung. So gebe es nur die Chance, dass die Stadt die 1,4 Kilometer lange Schutzwand selbst zu Kosten von rund 1,8 Millionen Euro baut.

Dann allerdings habe die Stadt zwei Möglichkeiten: Zum einen kann sie diese an die Deutsche Bahn abgeben, womit die Wand eine Eisenbahnanlage würde. Damit verbunden wäre aber die viel diskutierte Ablöse, die noch einmal 60 Prozent der Baukosten beträgt. Das verpflichte die Bahn für 40 Jahre, Reparaturkosten oder den Neubau auf eigene Rechnung zu tragen.

Die andere Möglichkeit wäre, dass die Stadt Neumarkt als Eigentümerin selbst für die Wartung, Sanierung und gegebenenfalls für den Neubau der Lärmschutzwand verantwortlich wäre - und diese Option war neu. Darüber entscheidet nun der Stadtrat. Wenn der Stadtrat sich für eine Ablöse entscheidet, will der Stadtbaumeister noch erreichen, dass die gleichzeitig anfallenden Zinsen erst in 40 Jahren gezahlt werden müssen. (lr)
Quelle: www.mittelbayerische.de





Lärmschutz in Woffenbach
Die Anwohner der Gartenäcker warten auf einen Schutz gegen den Bahnlärm. CSU und SPD fordern von OB Thumann mehr Initiative.

28.03.2011. Beim Ortstermin konnten die Fraktionsvorsitzenden der SPD Gertrud Heßlinger und der CSU Werner Thumann keine Neuigkeiten überbringen. "Dieser Termin soll unserer gemeinsamen Forderung nach einem Lärmschutz in Woffenbach Nachdruck verleihen, weil Anfragen im Stadtrat zu verhallen scheinen", sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Werner Thumann. Seit der Bausenatssitzung im Mai vergangenen Jahres sei der OB beauftragt worden, weiter mit der Bahn zu verhandeln. "Doch seitdem haben wir nichts mehr über den Stand der Gespräche gehört", ergänzte Ferdinand Ernst.
Darüber sind auch die Kolleginnen von der SPD, Gertrud Heßlinger und Ursula Plankermann, verärgert. Sie hatten in der Zwischenzeit den Bahnbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Burkert, eingeschalten. "Vielleicht sollte man nicht immer nur Briefe schreiben, sondern persönlich verhandeln", sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende und spielte damit auf die Aussagen des OB's in der Presse an, er habe sich bereits an verschiedene Stellen gewandt.
Da sich die Politik zwar gesprächsbereit zeigt, aber selbst Verkehrsminister Peter Ramsauer im Tagblatt bereits darauf hingewiesen hat, Lärmschutz sei alleinige Sache der Bahn, sollte man sich gemeinsam an einen Tisch setzen, forderte Heßlinger.
Werner Schütt vom Tiefbauamt, der zufällig vorbeikam, erklärte die problematische Ausgangssituation: Die Bahn ist im Bereich Gartenäcker nicht verpflichtet, für Lärmschutz zu sorgen. Gleichzeitig gehen aber alle Lärmschutzwände oder -wälle, die von Dritten gebaut werden, automatisch in den Besitz der Bahn über - und dafür muss ein Ausgleich bezahlt werden, 60 Prozent der Baukosten.
Allerdings ist die Situation der Anwohner wie auch der Stadt nicht aussichtslos: Denn in Hamburg hat die Bahn dem Bau von Lärmschutzwänden entlang einer Güterumgehung zugestimmt, wenn Bürger und Stadt einen finanziellen Anteil übernehmen. Diese Einigung macht OB Thumann Hoffnung, auch wenn Verkehrsministerium und Bahn bislang kein Entgegenkommen gezeigt hätten. "Aber so kann es ja nicht weitergehen." Der Stadtrat habe schon beschlossen, die Gesamtkosten zu übernehmen. Er setzt nun auf ein persönliches Gespräch mit Bahnvertretern und Politikern.
Quelle: www.mittelbayerische.de





SPD-Stadtratsfraktion hat bei den Bemühen um einen Lärmschutz einen weiteren Bundestagsabgeordneten um Unterstützung gebeten.

16.02.2011. Die SPD-Stadtratsfraktion hat in Ihrem Bemühen einen Lärmschutz für die Woffenbacher BürgerInnen an der Wohnsiedlung Gartenäcker/Pöllinger Straße zu bekommen einen weiteren Bundestagsabgeordneten um Unterstützung gebeten.
Neben MdB Marianne Schieder und MdB Florian Pronold hat die Fraktionsvorsitzende Gertrud Heßlinger im Januar 2011 Herrn Martin Burkert, Mitglied des Deutschen Bundestages und Bahnbeauftragter der SPD Bundestagsfaktion um Unterstützung gebeten.
Herr MdB Burkert hat am 12.02.2011 an Herrn Dr. Volker Kefer, Vorstand Technik, Systemverbund, Dienstleistungen und Infastruktur der DB AG in Berlin geschrieben.
Aus dem Schreiben von Herrn Martin Burkert, dass der SPD-Stadtratsfraktion vorliegt, wird zitiert ....

"Sehr geehrter Herr Dr. Kefer,
Ich wende mich an Sie, wegen einer angedachten Lärmschutzmaßnahme an der Eisenbahnlinie in Neumarkt i.d.OPf. im Ortsteil Woffenbach. Hier warten die Anwohner bereits seit längerem sehnsüchtig auf eine Lärmschutzmaßnahme an der vorbeiführenden Eisenbahnlinie.
Da die genannte Wohnsiedlung nach in Kraft treten des Bundesimmissionschutzgesetzes am 01.04.1974 gebaut wurde......kommt eine Aufnahme in das Lärmsanierungsprogramm des Bundes wohl nicht in Frage.
Deshalb wollte die Stadt Neumarkt die Sache schlussendlich selbst in die Hand nehmen und hatte 2010 eine Summe von 200000€ für den Bau einer Lärmschutzwand an der betroffenen Stelle in den städtischen Haushalt eingestellt.
Allerdings kann die Stadt bis heute keine Lärmschutzwand errichten, da in den Verhandlungen mit der DB Netz AG keine Einigung zustande kam.
Vertreter des Stadtrates in Neumarkt (SPD-Stadtratsfraktion) haben mich nun in dieser Sache um Unterstützung gebeten.
Dem komme ich gerne nach: Ich denke, wenn es von Seiten des Bundes und der Bahn keine Möglichkeit gibt, das Ansinnen nach Lärmsanierung zu unterstützen, ist es umso begrüßenswerter, dass sich die Kommune selbst für den Lärmschutz ihrer Bürger verantwortlich fühlt.
Hier muss es doch eine Möglichkeit geben, der Stadt Neumarkt entgegen zu kommen...."

Mit freundlichen Grüßen
Martin Burkert, Mitglied des Deutschen Bundestages.

Die SPD-Stadtratsfraktion hofft, durch das Einschalten des Vorstands Herrn Dr. Volker Kefer Bewegung in die seit Mai 2010 festgefahrene Situation zu bringen. Vielleicht muss ganz einfach ein Gleiswechsel vorgenommen werden, oder es müssen die Weichen neu gestellt werden.
Für die SPD-Stadtratsfraktion
Gertrud Heßlinger und Ursula Plankermann






Bürger fühlen sich allein gelassen

Seit Mai verhandelt die Stadtverwaltung mit der Bahn über die Kosten für eine Lärmschutzwand - ohne Ergebnis.

22.01.2011. Die Bahn kommt derzeit nicht gut an. Und das liegt nicht nur an Eis und Schnee.  Auch die Anwohner der Wohnsiedlung Gartenäcker/Pöllinger Straße gehören zu den Leidtragenden. Denn sie warten seit 15 Jahren auf einen Lärmschutz.
Von den rund sieben Kilometern Bahngleise durch das Stadtgebiet stehen diese 500 Meter seit zwei Jahren besonders im Fokus.
Die Anwohner haben das Gefühl, vergessen worden zu sein.


Die Gesetzeslage:

Grundlage: Gesetzlich ist die Bahn nur verpflichtet, an neuen Bahnlinien Lärmschutzmaßnahmen zu initiieren oder an Strecken, an denen sich der Verkehr wesentlich verändert hat. Laut Bundes-Immissionsschutzgesetz bestehen nur für diese Fälle Grenzwerte. "Eine Veränderung der Zugzahlen und/oder der Streckengeschwindigkeit stellt keine wesentliche Änderung im Sinne des Bundes- Immissionsschutzgesetzes dar", teilt die Pressestelle der Bahn auf Anfrage des Tagblatts mit. An allen anderen Strecken sind Lärmschutzmaßnahmen der Bahn freiwillig.
Güterverkehr: Da die Strecken tagsüber stark von Reisezügen frequentiert seien, müssten die Güterzüge auf die Nachtstunden ausweichen.
Stichtag: Im Lärmsanierungsprogramm können entsprechend der Förderrichtlinie nur Gebäude berücksichtigt werden, die vor dem 1.April 1974 errichtet wurden bzw. der Bebauungsplan vor diesem Datum rechtskräftig geworden ist. Darüber hinaus gelte für bestehende Eisenbahnstrecken "Bestandsschutz". Das bedeutet, dass Lärmschutz von dem zu treffen sind, der im Nachhinein Wohngebäude baue.
Quelle: www.mittelbayerische.de



Doppelwall erfreut vorerst nur die Anwohner



20.08.2010.  Die Stadt hat auf Bitten der Anwohner der Siedlung "Gartenäcker" sowie der Reihenhäuser entlang der Pöllinger Straße reagiert. Dabei nutzte die Stadt den Umstand, dass das Gelände ihr gehört. Vom höheren Wall profitieren bereits die Anwohner an den "Gartenäckern". Dass der kleine Wall noch bis zur Brücke vorgezogen wird, macht nicht alle, die an der Pöllinger Straße wohnen, glücklich. Viele wünschen sich weiter eine Lärmschutzwand aus Metall, wie es sie schon auf Höhe des Riedl-Weihers gibt. 
Knapp drei Meter ist der neue "kleine" Wall direkt an den Gleisen hoch und rund sechs Meter Höhe sind es bei dem großen neuen Erdwall.




Gutachten: Wall mindert Lärm kaum
Entlang der Bahnlinie an der Pöllinger Straße soll eine Schutzwand Besserung bringen – das Problem: Die Stadt müsste dafür eine Ablöse an die Bahn zahlen.

23.05.2010. Lärm sind die Menschen im Wohngebiet „Gartenäcker“ in Woffenbach gewohnt. Entlang der Pöllinger Straße rattern täglich, stündlich, minütlich Züge auf der Bahnlinie Regensburg-Nürnberg entlang. Oberbürgermeister Thomas Thumann: „Gerade hier stellt der Bahnlärm eine starke Minderung der Lebensqualität für die Bewohner dar.“
Diese hatten zwischen der Bahnlinie und der Pöllinger Straße einen drei Meter hohen Schutzwall zur Lärmminderung gefordert. Am Mittwochabend wurde im Bausenat ein entsprechendes Gutachten vorgestellt – das Ergebnis: Ein Schutzwall würde den Lärm um lediglich ein Dezibel vermindern – und wäre somit wenig sinnvoll. Stattdessen wurde vorgeschlagen, um die Wohnanlage herum einen 2,5Meter hohe Lärmschutzwand zu errichten. Diese würde den Lärm um elf Dezibel verringern, aber dennoch die Lärm-Orientierungswerte (55Dezibel am Tag, 45 Dezibel in der Nacht) überschreiten. Um punktuelle Verbesserungen für die Anwohner zu schaffen, soll ein Schutzwall an der Straßenüberführung Münchner Ring aufgeschüttet werden.
Auch der Bereich vom Kreisverkehrsgarten in Woffenbach bis hin zum Kindergarten Heubrücke soll von einer Schallschutzwand geschützt werden. Für den Abschnitt nahe der Gießereistraße wird passiver Schallschutz vorgeschlagen – das heißt: Hier könnten in die Häuser Schallschutzfenster eingebaut und die Dachdämmung verstärkt werden. Laut Gutachter wäre diese Lösung auch für die Anwohner der Hasenheide am Sinnvollsten.
Während des Gutachtens wurden 1404 Wohngebäude in einem Bereich von 300 Metern links und rechts der Gleise betrachtet. Eines der Ergebnisse: Zwischen 22 und 6 Uhr sind rund 22000 Bürger vom Bahnlärm betroffen. OB Thumann: „Und es ist Gewissheit, dass der Schienenverkehr in diesem Bereich zunehmen wird.“
Für den Fall, dass die Stadt die Lärmschutzwände entlang der Bahnlinie errichten möchte, ergibt sich jedoch ein Problem: Die Wände müssten auf dem Gelände der Deutschen Bahn errichtet werden – und das kostet. Die Stadt müsste eine Ablöse an die Bahn zahlen. Bei einer Länge von 550 Metern würden sich Gesamtkosten für den Bau von bis zu 1,375 Millionen Euro ergeben. Die Ablöse würde dabei bis zu 516000 Euro betragen.

OB Thumann: „Es kann nicht sein, dass eine Kommune etwas für ihre Bürger unternehmen will und dafür noch bei der Bahn Ablöse zahlen muss.“ Der Senat beschloss deshalb, in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn zu treten. Ziel ist es, dass grundsätzlich für Schallschutzmaßnahmen an der Bahnlinie Regensburg-Nürnberg in der Ortsdurchfahrt Neumarkt keine Ablöse an die Bahn fällig wird.
Während der Fraktionsvorsitzende der CSU, Werner Thumann, Verhandlungen mit Nachdruck fordert, hegte FLitZ-Stadtrat Johann Gloßner Zweifel an deren Erfolgsaussichten: „Ich kann mir gut vorstellen, dass man bei der Bahn auf Granit 
Quelle: www.mittelbayerisch.de






Hoffnung für„menschliche Schutzschilde“ wächst


Zwischen der Bahnstrecke und der Häuserreihe wir der Lärmschutz gefordert

29.07.2009. OB Thomas Thumann nannte es ein „leidliches Thema“, CSU-Stadtrat Ferdinand Ernst wollte sich konkreter äußern: Die Stadt solle in den sauren Apfel beißen und die Kosten für einen Schutzwall, der das Wohngebiet „Gartenäcker“ vor Bahnlärm bewahren soll, selbst tragen. Es sei eine Frage der Verhältnismäßigkeit der Kosten, so fuhr Ernst fort, wenn die Stadt für eine BMX-Bahn 150 000 Euro und für einen Lastwagen- Parkplatz in Stauf 200 000 Euro ausgeben wolle. Andererseits seien ihr 200 000 Euro für einen Lärmschutzwall in diesem Teil Woffenbachs nicht wert.

Dass Bewohner der Gartenäcker weiter als „menschliche Schutzschilde“ funktionieren sollten, könne nicht sein – echauffierte sich Ferdinand Ernst. Er bezog sich darauf, dass der Unternehmer, der die von der Bahnlinie aus gesehen erste Häuserzeile an der Pöllinger Straße errichtet hatte, diese als Lärmschutz für die Häuser dahinter angesehen hatte. Schlimmer noch müsse ihm aus heutiger Sicht angekreidet werden, dass er zwei Auflagen nicht eingehalten habe: Ferdinand Ernst nannte zum einen den lückenhaften und viel zu niedrigen Lärmschutzwall neben den Geleisen. Zum anderen habe es der Unternehmer durchgehen lassen, dass sehr viele Schlafzimmer eben an der dem Gleis zugewandten Seite eingerichtet worden sind. Wie schon bei der Freystädter Straße sollte die Stadt das benötigte Geld – im Bereich „Gartenäcker“ – selbst aufbringen. Ursula Plankermann (SPD) zitierte

zunächst ihre Genossin, die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder, mit deren Information, dass die Fördertöpfe für Lärmschutz an der Schiene geleert seien. Dann  orderte sie die Stadt zur Korrektur dessen auf, was diese wegen der mangelnden Aufsicht über das Verhalten des Unternehmers selbst verbockt habe. Die 200 000 Euro seien  aktiver Menschenschutz, den sich die Stadt leisten soll“ – sagte Ursula Plankermann.

Unterstützung bekam sie von CSU-Stadtrat Helmut Lahner. So gebe die Stadt auch mehr Gelder für Projekte aus, die nicht so zwingend seien. Was Lahner mit dieser Bemerkung meinte, zeigte sein kräftiger Applaus für eine Anmerkung des FLiTZ-Stadtrates Johann Georg Gloßner. Der prangerte die 800 000 Euro an, die die Stadt für das neue Wohnprojekt „Viehmarkt 10“ ausgeben wolle. Die Andeutung von Werner Schütt (Stadtbauamt), dass nun wohl auch Bürger der Hasenheide und an der Gießereistraße ähnliche Schutzwälle fordern könnten, parierte Helmut Jawurek (CSU). „Gartenäcker“ sei ein Sonderfall, sagte Jawurek. Dem stimmte Ursula Plankermann bei: „Gartenäcker“ sei ein eklatanter Sonderfall, sagte die Woffenbacherin.

  

BAHNLÄRM Die Stadträtewaren sich im Bausenat am Montag durch alle Fraktionen einig: Die Stadt soll tätig werden und selbst einen Lärmschutzwall für das Gebiet „Gartenäcker“ bauen.

Schwerpunkt: Auf sieben Kilometern durchquert die Bahnlinie Nürnberg-Regensburg das Neumarkter Stadtgebiet. Lärmschutz gibt es an knapp einem Siebtel dieser Strecke.

Das Problem: Höhe und Länge der Wälle fußen auf Zahlen, die längst schon durch die Realität überholt sind: Schon heute fahren durch Neumarkt so viele Züge täglich, wie sie  eigentlich erst für das Jahr 2015 erwartet werden. „Die Zahlen, um neue Baumaßnahmen zu bekommen, sind zu alt. Wir wollen eine Überprüfung und dementsprechend eine Nachkorrektur“, sagt die Stadt. Sie beruft sich auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten. Ein Vorstoß der Stadt, unterstützt von 1100 Unterschriften von Anwohnern der  Bahnstrecke, beim Bundesverkehrsministerium blieb bisher unbeantwortet. Unter anderem schieben sich OB Thumann und MdB Karl gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zu.

Gebiet „Gartenäcker“: Dem mittlerweile vom Markt verschwundenen Bauträger der Wohnanlage halten u.a. Thumann und Karl vor, gegen Bauauflagen verstoßen zu haben. So wurde ein Lärmschutzwall sehr „löchrig“ angelegt. Dort, wo eigentlich keine Schlafräume sein sollten, befinden sich heute welche. Das habe der Unternehmer billigend in Kauf  genommen.

Beschluss: Der Bausenat kam am Montag überein, dass der Vorschlag, die Stadt solle selbst für 200 000 Euro einen Wall bauen, geprüft werde. (lr)

Quelle: www.mittelbayerische.de




 

Ein "schneller Erdwall" als Lärmbremse
Ortstermin MdB Alois Karl rät in Anwesenheit der Sprecher der vom Bahnlärm geplagten Anwohner des Gebiets Pöllinger Straße/Gartenäcker seiner Stadtrats-CSU zu schnellem Handeln.

12.05.2009. Nur der Intercity Passau-Kiel, ein leerer Reisezug und einmal in jede Richtung eine Regionalbahn - was an Zügen gestern Morgen zwischen 9.00 Uhr und 9.40 Uhr den Bereich der Brücke des Münchener Rings passierte, taugte nicht gerade zur Demonstration dessen, was rund 800 Anwohnern im Wohngebiet "Pöllinger Straße/Gartenäcker" seit Jahrzehnten Tag für Tag und vor allem Nacht vor Nacht zu schaffen macht: Der Lärm, den Züge auslösen.

Was dagegen getan werden könnte, wollte Ferdinand Ernst vom CSU-Stadtverband bei diesem Termin gestern Vormittag zusammen mit Sprechern des Protestes der Anwohner erörtern. Ernst hatte dazu MdB Alois Karl eingeladen. Dessen Vorschlag, mit Aushubmaterial einen Lärmschutzwall zwischen Brücke und Beginn der Bebauung aufzuschütten, deckt sich mit dem, was Ferdinand Ernst Mitte März mit den Sprechern der Anwohner erarbeitet hat.

Karl erinnerte bei dieser Gelegenheit an seinen Vorschlag aus dem vergangenen Herbst, den Münchener Ring unter die Eisenbahnstrecke hindurch zu verlegen. Während gestern oberhalb dieses Ortstermins, auf der Brücke, die Arbeiten für den neuen Fahrbahnbelag der Umgehungsstraße liefen, zeigte sich der ehemaligen Neumarkter OB "enttäuscht", dass sein Vorschlag nicht weiter verfolgt worden sei. "Das erledigt sich mit Liegenlassen nichts", sagte Karl zum Problem. Noch heuer könne allerdings der neue Lärmschutzwall entstehen, machte Karl der CSU im Stadtrat Mut, sich dafür einzusetzen.

Aus seiner Zeit aus Neumarkter OB wisse er, wie froh Baufirmen sind, wenn sie einen Platz für das Ablagern von Aushubmaterial bekommen. Ein Wall direkt an der Bahnstrecke, ein "Verschwenken" des Schotterwegs daran vorbei - für so eine schnelle Lösung machte sich Alois Karl gestern vor Ort stark. In seiner Amtszeit als Oberbürgermeister sei es "öfters gemacht worden", dass ein dringend benötigter Wall auf so umkomplizierte Art und Weise zustande kam.

Die Selbsthilfe durch die Stadt stellte Karl über die Hoffnung, dass etwa das Bundesverkehrsministerium helfen könnte. Er selbst habe "null Reaktion" aus dem Tiefensee-Ministerium erhalten. Zuvor hatte Ferdinand Ernst darauf hingewiesen, dass die Stadt an der Freystädter Straße auf eigene Kosten den Lärmschutz verbessert habe - nachdem die Deutsche Bahn eine von der Stadt geforderte Nachinvestition verweigert hatte.

Erbost zeigten sich die Sprecher in etwa 250 "Wohneinheiten" lebenden rund 700 Anwohner, wie sie bisher mit ihrem Anliegen von Stelle zu Stelle etwa bei der Deutschen Bahn hin und her geschickt worden seien. "Wir haben das Gefühl, keiner ist für Lärm zuständig", sagte Josef Blomenhofer. Michael Zautner sprach eine Hauptquelle der Lärms bei Güterzügen an: Waggons aus Osteuropa. "Was heißt da Räder: Die eiern über die Schienen", berichtete Zautner Alois Karl. Mit dem von Karl favorisierten neuen Wall erhoffen sich die Anwohner auch, dass Kinder nicht mehr über die Gleise laufen, weil sie zum Spielplatz auf der anderen Seite des Gleises wollen.



Lärmthema als Exempel
Natürlich muss derjenige, der Lärm auslöst, auch für den Schutz der Betroffenen sorgen. Soweit hat Alois Karl im Bezug auf die Bahn Recht. Und er bedauert auch nicht zu Unrecht, dass sein Vorschlag, für die Verlegung des Münchener Rings unter die Bahnstrecke hindurch die zwei zugfreien Wochen Pfingsten 2010 zu nutzen, im Rathaus beiseitegelegt worden ist. In der Tat hätten sich OB Thumann und einige Stadträte mehr diesem konstruktiven Vorschlag widmen sollen anstatt sich ernsthaft mit der völlig unpraktikablen Idee eines S-Bahn-Halts "Neumarkt-Süd" auseinanderzusetzen.

Alois Karl hätte es selbst in der Hand, seinen eigenen Vorschlägen - dazu gehörte der sinnvolle einer S-Bahn-Station zwischen Woffenbach und Pölling - mehr Nachdruck zu verleihen. Dazu müsste er viel öfter bei Sitzungen des Stadtrats und seiner Senate anwesend sein, als er dies bisher getan hat. Die CSU hatte er bei seinen Vorschlägen auch nicht so energisch hinter sich, wie er das als Ex-OB erwarten konnte. Im Bausenat regte die CSU gar an, erst abzuwarten, was aus Mitteln des Konjunkturprogramms der Bundesregierung möglich sei. Seither gab es auch von Sperber, Ernst und Co. kein Nachhaken in Sachen Ring-Unterführung mehr.

Der von Alois Karl unterstützte CSU-Vorschlag, schnell einen Lärmschutz bei der Pöllinger Straße aufzuschütten, sollte Erfolg haben. Sonst müssen sie sich einige sture Blockadepolitik vorwerfen lassen.

Einladende: Von der CSU Stadtrat Ferdinand Ernst und Maximilian Federhofer, Ortsvorsitzender Woffenbach

Sprecher Anwohner: Hedwig Meier (Hausverwaltung ID Immobiliendienste) sowie Franz Mirbeth, Michael Zautner und Josef Blomenhofer

Probleme: Zum einen geht es um den fehlenden Lärmschutz. Nur an wenigen Stellen entlang der knapp 500 Meter zwischen Brücke "Münchener Ring" und der Bahnbrücke beim Zypressen-Weg sind Betonringe aufgetürmt; in einem Bereich täuscht eine dichte Hecke einen Schutz vor, dahinter befindet sich kein Wall. In großer Sorge sind die Anwohner um die Kinder. So zeigen "Trampelpfade" an, dass die Gleise überquert werden, um etwa zum neuen Spielplatz des Baugebiets "Bühl 2" zu gelangen. Dieser liegt auf der anderen Seite. Aber auch in umgekehrter Richtung wagen Kinder die gefährliche Überquerung, denn bei den "Gartenäckern" gibt es einen Bolz- und einen weiteren Spielplatz.

Vorschlag Karl: Auf städtischem Grund, nahe der Ring-Brücke, soll ein Lärmschutzwall aus Aushubmaterial entstehen. (lr)

Quelle: www.mittelbayerische.de

 

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